Einladung zur 40. Vereinsversammlung EV-KZO

Wir freuen uns, Sie am Freitag, 11. November 2022, 19:40, in der Wirtschaft zum Bachtel in Wernetshausen zur 40. Vereinsversammlung der Elternvereinigung KZO zu begrüssen. Anschliessend an die Versammlung gibt es beim offerierten Imbiss die Gelegenheit, die Vorstandsmitglieder näher kennenzulernen und Fragen oder Anregungen anzubringen.

Traktandenliste

  1. Begrüssung und Wahl der Stimmenzähler / Stimmenzählerinnen
  2. Protokoll der 39. Vereinsversammlung
  3. Jahresbericht 2021/2022
  4. Jahresrechnung 2021/2022
  5. Revisionsbericht 2021/2022
  6. Entlastung des Vorstandes
  7. Budget 2022/2023
  8. Wechsel im Vorstand, Wahlen
  9. Anträge von Mitgliedern
  10. Varia

Anträge bitte schriftlich bis am 28.9.22 an den Vorstand (info@ev-kzo.ch) einreichen.

Anreise

Die Wirtschaft zum Bachtel in Wernetshausen ist in Sichtweite der Bushaltestelle „Wernetshausen, Dorf“, der Beginn der Vereinsversammlung wurde so ausgelegt, dass eine Anreise mit dem Bus 875 ab Hinwil (19:31 Hinwil ab, 19:36 Wernetshausen an) möglich ist. Für die Rückreise ist ein Transport bis an den Bahnhof Hinwil organisiert.

Parkplätze hat es vor der Wirtschaft selbst, falls diese belegt sind, kann auf den nahen Schulhausplatz ausgewichen werden.

An- bzw. Abmeldung

Eine Abmeldung für die Vereinsversammlung ist nicht notwendig. Eine Anmeldung ist ebenfalls nicht erforderlich, aus organisatorischen Gründen würde uns dies jedoch die Planung der Vereinsversammlung deutlich vereinfachen (Notiz an info@ev-kzo.ch).

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Jugendliche beim Lernen am Gymnasium begleiten

Am Donnerstag 15. September 22 findet das Impulsreferat mit anschliessender Diskussion zum Thema „Jugendliche beim Lernen am Gymnasium begleiten“ statt. Das Angebot richtet sich primär an Eltern der Schüler *innen der U1 un 3. Klassen. Weitere Informationen sind im Flyer zu finden.

Der Anlass findet am 15. September 2022, 19:30, in der Aula Statt.

Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Der Eintritt ist frei. Kollekte zur Deckung der Kosten.

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Frisch an der KZ0 – wo bitte geht es lang?

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KZO.Solistisch.22

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Der neue Kühlschrank-Kalender ist da!

Wichtige Termine auf einen Blick. Auch zum runterladen

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AFS sucht Gastfamilien

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Interview mit Claudia Landerer

Frau Dr. Claudia Landerer ist Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Fachärztin für Psychosoziale und Psychosomatische Medizin in einer Gemeinschafts-Praxis in Wetzikon, s. www.bachtelpraxis.ch. Seit 2008 ist Claudia Landerer nebenamtlich Schulärztin an der Kantonsschule Zürcher Oberland. Ab dem Herbstsemester 2022 verabschiedet sich Claudia Landerer aus der Arbeit als Schulärztin der KZO. Zu diesem Anlass führten wir ein Interview, die Fragen stellten Ulrike Held und Eva Furrer (Elternvereinigung KZO).

Claudia, wenn du zurückschaust auf deine Jahre als Schulärztin an der KZO, was hat sich im Laufe der Jahre am meisten verändert?

CL: Ich glaube die Menge oder die Häufigkeit von psychosozialen Problemen der Schülerinnen und Schüler und natürlich auch die Offenheit gegenüber der Thematik Homosexualität und Transgender. Dafür scheinen Drogen- und übermässiger Alkoholkonsumkonsum weniger ein Problem darzustellen, nicht zuletzt, da die Schule gute Präventionsangebote hat.

Wie bist du dazu gekommen, Schulärztin an der KZO zu werden?

CL: Ich wurde vom damaligen Rektor, Dieter Schindler, mit dem ich auch privat befreundet war, angefragt, ob ich die Nachfolge meiner Kollegin Katharina Pfenninger aus Wald antreten wolle. Jugendmedizin und speziell auch Jugendgynäkologie ist ein Bereich, der mich schon länger interessierte und in dem ich mich auch spezifisch und kontinuierlich weiterbildete. Ich spürte, dass ich einen guten Draht zu Jugendlichen habe.

Worin siehst du die Herausforderungen für eine schulärztliche Betreuung in den kommenden Jahren?

CL: Ich denke, dass das frühzeitige Erkennen und eine angepasste Intervention und Unterstützung i.Z. mit psychosozialen Problemen eine zunehmende Herausforderung darstellt da auch immer mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund ins Gymi kommen. Auch der Einfluss der Sozialen Medien mit ihren Influencer*innen sollte gut im Auge behalten und immer wieder thematisiert werden.

Was war dein fröhlichstes und dein traurigstes Erlebnis in deiner Zeit als Schulärztin, von dem du hier erzählen kannst?

CL: Sehr gefreut hat mich letztes Jahr, als ein grossgewachsener Schüler einer 3. Klasse nach meiner Bio-Lektion zu Sexualität, die ich bei allen Parallell-Klassen abhalte, mir beim Verlassen des Schulzimmers nacheilte und sich bedankte für meine Ausführungen und meine authentische Art der Vermittlung meiner Antworten auf Fragen der SuS. Er meinte im Vorfeld, eigentlich schon alles gewusst zu haben und war dann ganz erstaunt, wieviel interessante Neuigkeiten er noch von mir erfuhr. Dass er mir dies auch noch so spontan mitteilte hat mich schon sehr gefreut und auch bestätigt, dass diese Lektionen trotz Internet mit Dr. Google und häufig mehrfacher Aufklärung zu früheren Zeitpunkten immer noch sinnvoll sind und ihre Berechtigung haben.

Traurige Erlebnisse sind immer wieder die Tatsachen, dass Schüler*innen mit diversen Problemen trotz massiver Unterstützung und Entgegenkommen durch die Schule, mich und weiteren Hilfestellungen, die Anforderungen nicht erfüllen und die Schule verlassen müssen.

Wie wird die Schulärztin an der KZO wahrgenommen? Wie wird sichergestellt, dass die Schülerinnen und Schüler über das Angebot informiert werden? (Hier am besten nochmal auf die Sprechstunden hinweisen, wie sie momentan angeboten werden, und wo.)

CL: Ich stelle mich und mein Angebot jedes Jahr bei allen 1. und 3. Klassen nach den Herbstferien persönlich vor. Weiter biete ich jeden Donnerstag eine halbe Stunde über Mittag eine offene Sprechstunde an der Schule an im Besprechungszimmer H1 29, neben dem Zimmer 1C. Unter Hilfe und Beratung im Intranet auf der Website der Schule findet man meine Koordinaten. Trotzdem hat mir letztes Jahr eine Maturandin, in deren Klasse gehäuft Essstörungen vorkamen, gesagt, dass sie nicht gewusst hätte, dass es an der KZO eine Schulärztin gebe und wie man meine Hilfe in Anspruch nehmen könne. Wichtig ist auch, dass die Lehrpersonen von meiner Funktion Kenntnis haben und an mich verweisen, wenn sie merken, dass jemand Hilfe braucht. Es stellt sich schon die Frage, ob und wie ich noch mehr präsent sein sollte an der Schule. Gerne nehme ich Anregungen entgegen.

Wenn Eltern von KZO Schülerinnen oder Schülern ein schulbezogenes gesundheitliches Problem mit ihrem Kind sehen, könnten sie dich auch kontaktieren?

CL: Wenn sie einen Haus- oder Kinderarzt haben sollte immer dieser primär konsultiert werden. Mein Angebot ist subsidiär, d.h. wenn sie aus einem Grund nicht weiterkommen, können Sie mich als Bindeglied bzw. Anlaufstelle zwischen Schule und Schüler*in konsultieren. Ich habe eine beratende Triage-Funktion, mache aber selber keine Abklärungen oder Therapien.

Was hast du während der Coronazeit für Erfahrungen gesammelt und hat es in diese Zeit eine Zunahme der Anfragen nach schulärztlichen Konsultationen gegeben?

CL: Ja, es gab deutlich mehr SuS mit emotionalen Problemen, die sich durch die Kontakt-Beschränkungen akzentuierten.

Wie ist deine Nachfolge geplant?

CL: Ich habe meine altershalber geplante Aufgabe meiner Schularzttätigkeit schon früh der Schulleitung mitgeteilt und ihnen die Möglichkeit der Übernahme meiner Funktion durch meine jüngere Praxis-Kollegin angeboten, sofern sie die Stelle nicht ausschreiben wollten.  

Sonja Gadient Hotz hat mich in der Folge ein Jahr lang zu allen wichtigen Terminen begleitet, damit sie einen Einblick in die Schularzttätigkeit bekommen und sich so entscheiden konnte, ob sie die Aufgabe übernehmen wollte. Die Schulleitung hat dieses Angebot gerne angenommen und so wird sie mich ab dem neuen Schuljahr, d.h. ab Sommer 2022 ablösen. Bis Ende Kalenderjahr bleibe ich noch in der Praxis und kann sie bei Bedarf auch noch unterstützen. Sicher wird sie im Verlauf ihren eigenen Stil entwickeln und ev. neue Angebote einführen. Ich hoffe, dass ihr die Arbeit ebenso viel Freude machen wird, wie es für mich war. Die KZO pflegt einen sehr wohlwollenden Umgang mit allen involvierten Kreisen, sodass eine produktive, befriedigende Zusammenarbeit möglich ist.

Vielen herzlichen Dank für das Interview und alles Gute für die Zukunft!

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Auszeichnung der Maturitätsarbeiten am 1. Februar 2022

Am Abend des 1. Februar 2022 fand in der Aula die Auszeichnung der Maturarbeiten der 6. Klassen statt. Wie bereits im vergangenen Jahr, konnte die Veranstaltung in einem etwas kleineren Rahmen in der Aula stattfinden. Die Nominierten und ihre Gäste, die betreuenden Lehrpersonen, die Mitglieder der Jury und die Schulleitung fanden sich zu diesem feierlichen Anlass ein. Für alle anderen gab es einen live-Stream, sodass auch zuhause mitgefiebert werden konnte. Durch die Veranstaltung führte Daniel Wiedenkeller, in diesem Jahr bereits zum 19. Mal, zusammen mit musikalischer Begleitung durch Bowin Peng (C6b) und Martin Lucas Staub. Die Jury bestand wie in den vergangenen Jahren aus fünf Lehrpersonen, zwei Vertreterinnen der Elternvereinigung, und neu einem Vertreter des Alumnivereins.

Musikalischer Begleitung durch Bowin Peng (C6b) und Martin Lucas Staub

In diesem Jahr wurden insgesamt neun Arbeiten zur Prämierung vorgeschlagen.

Ausgezeichnet wurden 

Sina Lampinen, AN6: „Auf Zeitreise in Mönchaltorf“

Nicolas Hatt, AN6: „Eignung des Chämtnerbachs im Zürcher Oberland als Lebensraum für die Wasseramsel“

Shrijan Sivathas, M6b: „Am Ende sterben sie alle – Ein Graphic Novel über den Konflikt Sri Lankas“

Lilia Tamò, N6a: „Farben vertanzen“

Nicolas Hatt, Shrijan Sivathas, Lila Tamó, Sina Lampinen

Wir waren – wieder einmal – beeindruckt von allen Arbeiten und haben sie mit grosser Freude gelesen, angeschaut oder angehört. Wir gratulieren den Preisträgerinnen und Preisträgern sehr herzlich und wünschen allen Maturandinnen und Maturanden viel Erfolg bei den Prüfungen!

Ulrike Held, Silvina Schluep, Jury Maturitätsarbeiten, Elternvereinigung KZO

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Eine Tasse Tee mit Yvonne Studer

Nachklang zum Referat vom 16. September 2021 «Jugendliche beim Lernen am Gymnasium begleiten»

Ein Gespräch zwischen Yvonne Studer (YS), Sonderpädagogin/Germanistin/Lehrerin/Lerncoach und Mutter und Evelyn Goetschel (EG), Mutter und Musiktherapeutin/Pfarrerin/Psychiatrieseelsorgerin

EG: Vielen Dank, liebe Yvonne, für Deine Gastfreundschaft! Wir sitzen zusammen, um nochmals über die Frage nachzudenken, wie wir unsere jugendlichen Kinder am besten beim Lernen am Gymnasium begleiten können. Du hast ja im Referat am 16. September und in der Broschüre für Eltern eine Menge konkreter Tipps und Tricks präsentiert. In meinen Augen ist es aber wohl eher die Rolle der Eltern, die das Lernen der Jugendlichen begünstigt. Wie siehst Du das? 

YS: Ich denke, das ist auf das Lernen bezogen ein wichtiger Punkt: Beim Lernen zeigt sich deutlich, wie sich die Erziehungshaltung der Eltern auswirkt. Eltern haben ja immer eine Haltung, die sie zu etwas einnehmen, ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht. Und oft haben Mutter und Vater (oder auch «Miterziehende» wie Grosseltern, Geschwister und andere) sogar unterschiedliche Haltungen. Kinder erleben ihre Eltern in unzähligen Situationen. Sie kriegen mit, wie man miteinander umgeht, wie man sich erholt, wie man Schwierigkeiten bewältigt … Es ist ein offenes Geheimnis, dass man sich als Mutter und Vater mit der jeweiligen Erziehungshaltung mehr oder weniger lernfördernd verhalten kann. Das heisst also: Das Lernen ist nicht abzukoppeln vom Zusammenleben mit den Kindern, vom Eltern-Sein an sich und vom «Erziehen». 

EG: Ich unterstütze als Mutter oder Vater also mein Kind nicht erst seit Beginn der Probezeit. Eigentlich unterstütze ich mein Kind beim Lernen seit seinem ersten Lebens-Tag.

YS: Genau. Eltern leben ihren Kindern vor, wie «Leben» und damit auch «Lernen» geht. Kurz: Eltern sind Vorbilder. Diese Erkenntnis sollte Eltern aber nicht unter Druck setzen. Wenn ich über das Lernen-Begleiten referiere oder schreibe, ist es mein Ziel, Eltern zu stärken. Ich finde, es muss unbedingt bewusst gemacht werden, dass Eltern ihre Aufgabe grundsätzlich gut machen möchten und dass ihnen das oft auch gelingt: Das «Nestbauen», also Sicherheit geben, ist ja die Basis von allem. Und dann gibt es einfach Lebenssituationen, die dafür sorgen, dass man dieses oder jenes weniger oder mehr macht. Weil man selber gerade an seine Grenzen kommt mit allem, was das Leben von einem fordert. Das sollen die Kinder ja auch von uns lernen: Dass nämlich nicht immer alles ideal ist und dass man auch damit umgehen kann.

Bezogen auf die Probezeit heisst das auch: Es gibt ja tausend Gründe, warum ein Kind die Probezeit besteht oder nicht. Wir Eltern spielen dabei eine wichtige – aber nicht die einzige Rolle. Mir ist es wichtig, dass sich die Aufgaben der Schule und die Aufgaben der Eltern verschränken. Das heisst: Die Eltern bereiten ein Stück weit den Boden so vor, dass ihre Kinder in der Schule gut arbeiten können. Und dann ist es tatsächlich so, dass diese Vorbereitung mehr oder weniger lerngünstig erfolgen kann: Wenn Eltern mit ihren Kindern mal in den Zoo, mal in eine Ausstellung gehen, ihnen das Kunsthaus zeigen, vorleben, dass es ihnen wichtig ist zu lesen und zu schreiben, das Handy nutzen, um einen Begriff zu googeln, so überträgt sich dieser Umgang mit Wissen und Lernen. Diese grundsätzliche Lebens- und Lernumgebung prägt ein Kind. Und es überrascht nicht, dass Kinder aus solchen Elternhäusern eher die guten Noten kriegen. Nicht aus einem Strebertum heraus, sondern aus einer Lebenshaltung. 

Daraus abzuleiten, dass das Gymi reserviert ist für Kinder aus Akademikerfamilien, ist sicher nicht der richtige Schluss. Es ist ja kein Zufall, dass es zum gymnasialen Lehrplan gehört, auch überfachlich zu lehren, wie man lernt. Kinder sollen damit, in Bezug auf das Lernen, auch ein Stück weit unabhängig von ihren Eltern werden. 

EG: Wie sieht für dich diese Verschränkung von Aufgaben der Eltern und der Schule im Idealfall aus? 

YS: Ideal wäre für mich, wenn Eltern ausschliesslich «Nestbau» betreiben könnten und sich gar nicht um das Lernen der Kinder kümmern müssten. Realistisch ist das meiner Erfahrung nach aber leider nicht. Vor allem, wenn Kinder aus der Primarschule ins Langzeitgymnasium gehen, kommt da so viel Neues auf sie zu, dass manche schlicht überfordert sind. Nur schon der Schritt in die Oberstufe ist ein grosser. Sich dann noch im Fachlehrersystem zurechtzufinden und das Lernen selber zu planen, braucht für viele Kinder viel Aufmerksamkeit und dauert manchmal einige Wochen. Und wenn in dieser Zeit des Sich-Eingewöhnens das Lernen keinen Platz hat und die ersten schlechten Noten eintreffen, kommt bald auch der psychische Faktor dazu: Wenn Kinder sich dann nichts mehr zutrauen, wird es schwierig. Schön wäre es, wenn Eltern ihrem Kind in einer solchen Situation vermitteln könnten, dass es nicht alleine ist, indem sie zum Beispiel sagen: «Wir stemmen das miteinander» oder «Wo benötigst du meine Hilfe?»

Wenn der Rank gefunden wird, ist ja alles gut. Es gibt aber auch Kinder, die nicht am richtigen Platz sind. Es kommt im Leben vor, dass etwas nicht gelingt. Deswegen ist das Kind kein «Loser»! Ein Kind, das die Probezeit nicht besteht, hat nicht versagt. 

EG: Es geht ja auch um die Frage: «Ist das Kind am richtigen Ort?»

YS: Ja. Das zu klären gehört in dieser Zeit zur Aufgabe der Schule. Für Eltern stellt sich die Frage «Wo ist der gute Platz für mein Kind?» ja schon länger.

Ich war vor Jahren als Mutter an einem Orientierungsabend für Eltern, wo es darum ging, die Sekundarschule vorzustellen. Der Schulleiter einer Sek-Einheit hat den Eltern ausdrücklich empfohlen, den Weg über die Sek und nicht das Langzeitgymi zu machen. Dies mit der Begründung, die Kinder könnten dann länger Kind sein. Ich ging damals einigermassen irritiert nach Hause. Und zwar weil ich Kinder kenne, die buchstäblich nach Wissen lechzen, Dinge genauer wissen wollen, denken wollen und aufblühen, wenn sie eine Schule besuchen, in der genau das gelebt wird. Es gibt Kinder, die es nutzen, dass plötzlich so viele Lehrpersonen da sind, die auf ihre Fragen eingehen, die es unterstützen, wenn aus Interesse und Wissbegierde Schüler*innen nach der Stunde noch weiterdiskutieren und weiterfragen. Und dann … Ob es wohl stimmt, dass Kinder an der Sek länger «Kinder» sein können? An der Sek müssen sie ja auch ziemlich «a d Seck»! Es wäre schön, wenn die Kinder an dem Ort zur Schule gehen könnten, wo es passt. 

Es kommt manchmal vor, dass ein Kind, von dem alle dachten, es sei am Gymi gut platziert, dann doch in die Sek wechselt oder wechseln muss. Und da kommt manchmal die Frage auf: «Hätten wir als Eltern mehr machen müssen?» 

EG: Und? Was sagst du denen? 

YS: Dass Eltern so viel machen, wie aus ihrer aktuellen Situation heraus möglich ist – und dass es letztlich nicht nur einen Grund gibt, warum eine Probezeit nicht bestanden wird. Wichtig scheint mir, dass das Kind erlebt, dass die Eltern hinter ihm stehen – egal, wo es zur Schule geht. 

«Mehr machen» im Sinne von «mehr lernen» macht Sinn, wenn man noch eine Chance hat, das gewünschte Ziel zu erreichen. Wenn sich aber klar abzeichnet, dass die Promotionsbedingungen nicht erfüllt werden können, ist es sicher hilfreicher, wenn Eltern ihrem Kind vermitteln, dass man gemeinsam einen anderen Weg geht. 

EG: Mit dem Kind, das sich rasant verändert, verändert sich auch die Rolle der Eltern stark. Und da dann auch noch die Rolle des Motivators/der Motivatorin einzunehmen, kann zeitweilig recht schwierig sein. 

YS: Ja, richtig. Manchmal tritt das Lernen ja auch darum in den Hintergrund, weil die Kinder genau in dieser sensiblen Zeit in die Pubertät kommen. Je nachdem, wie ein Kind auf diese körperlichen und psychischen Veränderungen reagiert, kann es zusätzlich schwierig sein, als Eltern den Kontakt zum Kind zu halten. Wenn dann noch Notendruck von der Schule und Druck von den Eltern kommt, ist die Gefahr einer Negativspirale gross. Weil dann jede schlechte Note als Bestätigung für die aktuelle Überzeugung gesehen wird: «Ich kann’s eh nicht», wird es immer schwieriger, aus dieser Überzeugung wieder rauszufinden. Wir alle sind ja ständig einem Gemurmel von inneren Stimmen ausgesetzt. Das meine ich nicht im pathologischen, krankhaften Sinn. Das ist ganz normal. Das Gemurmel begleitet uns und sagt uns: «Das kannst du», «Das kannst du nicht», «Das ist toll», «Das ist blöd». 

Eltern können ihre Kinder in dieser Situation unterstützen, indem sie Positives ausdrücklich benennen und dabei helfen, das Augenmerk darauf zu richten, was gut gelaufen ist. 

Und dann gibt es tatsächlich die Situation, dass «der Appetit beim Essen» kommt, dass sich also mit dem Erfolg beim Lernen auch die Motivation einstellt. Also zu sagen, erstmal Motivation angehen, damit der Erfolg kommt – das ist oft zu kurz gegriffen. Manchmal lohnt es sich auch zu versuchen, einfach einmal so gut zu lernen, dass sich bei dieser einen Prüfung Erfolg einstellt. Und es kann sein, dass sich aus diesem Erfolgserlebnis heraus dann die Motivation ergibt und das Kind wieder in die Aufwärts-Spirale findet. Da können Eltern sehr helfen, Mut machen, abfragen – ohne dass sie den Stoff selber beherrschen müssen. 

Aber ich denke, man ist als Mutter, als Vater in einem grossen Komplex von vielen verschiedenen Faktoren drin. Und ich glaube, manchmal muss man auch wieder bescheiden sein und zu sich sagen: «Ich bin einfach ein Element unter vielen.» 

EG: Haben wir etwas nicht angesprochen, was Dir wichtig ist? 

YS: Ja: Die Sache mit der Musik! Man weiss aus der Forschung, dass das aktive Musizieren für das Lernen extrem gut ist. Ein Instrument zu lernen ist eine gute Sache. Man muss sich dafür nicht als besonders musikalisch erachten oder die Perfektion zum Ziel haben. Ein wichtiges Instrument, das wir immer dabeihaben, ist unsere Stimme, sei es beim Singen oder beim Sprechen. Es muss nicht «schön» tönen! Wichtig ist, dass gesungen, die Stimme eingesetzt, durchgeatmet und herzhaft gelacht wird. Das hilft beim Lernen und baut Selbstwert auf. Überhaupt: Gemeinsam als Familie lachen tut gut und bringt die Menschen zusammen.

EG: Vielen Dank, liebe Yvonne, für dieses Gespräch!

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Vereinsversammlung 2021

In der Vorstandssitzung vom 05.11. konnte Eva Furrer als neues Vorstandsmitglied begrüsst werden! Frei gewordene Ressorts wurden vergeben.

Der Infoabend für neue Eltern hat Pandemiebedingt mit einer eher geringen Zahl an Eltern, die aber umso motivierter miteinander in Kontakt getreten sind, erfolgreich stattgefunden. Ebenso war der von Frau Yvonne Studer gestaltete Abend für die teilnehmenden Eltern zum Thema «Jugendliche beim Lernen begleiten» ein Erfolg.

Die Aufschaltung regelmässiger Information an Interessierte auf unsere Website wurde eingehend erörtert und eine Strategie hierfür beschlossen.

Möglichkeiten zur Verbesserung der eher unbefriedigenden Situation des Schnuppertag-Angebots für die U2 soll in der nächsten Kontaktgruppensitzung zur Sprache gebracht werden.

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